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Donnerstag, 24. September 2009

Ableger

       
Man stellt dich ab wie einen alten Regenschirm,
wie Überschuhe, die vielleicht noch brauchbar sind.
Doch wie es meist mit abgestelltem Gut passiert,
so auch mit dir: Du wirst vergessen!


Das merkst du erst noch gar nicht in der Tage Trab,
an die du dich wie alle Welt so sehr gewöhntest,
um erst, geniert fast, lange nicht daran zu glauben,
dass deiner Nächsten Liebe wär’ so schmal bemessen.


Du bleibst wie abgestellt allein und ungestört.
Ach so, der lebt noch! meinen deine alten Freunde.
Kein Hund mehr kümmert sich um deine Einsamkeit.
Wozu denn auch? Man gönnt dir deine Ruhe.

Freitag, 11. September 2009

Der Alte und das Mädchen

Es sollte Dein Instinkt Dich vor mir warnen,
denn allzu freundlich ist dies harmlos Lächeln,
das mir als Tarnung dient, Dich zu umgarnen,
mit Schmeicheleien wohlig zu umfächeln.

Du siehst nur weißes Haar und Fingernägel,
gepflegt, was bei den Jungen ungewohnt,
dazu der Stimme sanfter Ruhepegel
und jedes Fremdwort wird korrekt betont.

Das plätschert so dahin und lullt Dich ein,
den Kopf wirst Du auf meine Schulter stützen
und vage denken: das kann doch nicht sein!
Will der denn wirklich meinen Leib benützen?

Auf solche Fragen muss man reagieren,
doch dafür ist das Reden nicht gedacht.
Man handelt, ohne Worte zu verlieren,
und sagt zufrieden dann: es ist vollbracht!

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