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Dienstag, 2. Februar 2010

Versteckte Blicke

Ein spöttisch Lächeln mir ein Mädchen schenkte,
das mich von draußen im Café entdeckte,
wie ich nach ihr mir fast den Kopf verrenkte .
Ich nahm es schmerzhaft wahr, dass sie mich neckte.

Man sei, so jene, die noch jung an Jahren,
in meinem Alter doch ein Tattergreis
und sollte wenigstens die Haltung wahren!
Ach schweigt Ihr Bengel, seid nicht naseweis!

Was wisst Ihr von den Lüsten, die uns plagen,
den Gaukeleien, wenn wir schlaflos grübeln,
den Reizen, denen seufzend wir entsagen!
Ihr wisst es nicht, das kann man nicht verübeln.

Das Fleisch sei schwach? Oh nein, im Gegenteil,
denn das Verlangen starb nicht mit dem Können.
Man sublimiert. Was hilft‘s, es gibt kein Heil.
Ihr solltet uns des Traumes Glück vergönnen.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Café und Hundstage

Fliege summt.
Biertropfen trocknet.
Zucker in bunter Papierverpackung.
Wenn unterm Keller die Metro grollt,
vibrieren Hocker und Theke,
zittert in der winzigen Schale der Löffel.
Klimaanlage surrt.

Im kleinen Café brennen die Lichter den ganzen Tag,
doch wenn du eintrittst
aus dem glühenden Sonnentag,
bist du für Augenblicke
blind.


Sonntag, 30. Juli 2006

Alte beim Heurigen

Wie einst im Mai!
So schön konnte es sein,
als wir noch glaubten,
dass die Welt auf uns wartete,
direkt vor der Türe,
und sie trug ein buntes Kleid
aus Hoffnung und Versprechen,
aus den noch nicht verlorenen Träumen
und dem Frohsinn übermütig zusammengebastelt.

Wir waren so jung,
wie es das heute nicht mehr gibt,
weil man keine Zeit mehr lässt
den Träumern, die nicht sofort
alles haben wollen,
alles an sich reißen,
alles aufbrauchen, was an Schönen und Tiefen
die Welt, die Liebe, das Leben
uns langsam nur zu bieten
bereit ist.

Dann sitzen wir heute
draußen, irgendwo in einem Garten
vor dem einen Glas, das uns noch gestattet,
und wenn der Musiker kommt,
die Geige und auch die Harmonika,
erinnern wir uns, wie wir sie einst belächelten,
die Alten, und wissen, das sind wir jetzt,
und wir lassen die alten banalen Lieder
durch uns sinken und wir summen mit….


Mittwoch, 09. August 2006

Herzstation

Wer hat das wilde Pferd
in meinen Leib gesetzt,
dass es nun tanzt
und mich zu Tode hetzt?

Ich schlage mich mit den Dämonen,
die meine Adern jetzt bewohnen,
mit Meißeln meine Stirn zerpochen.
So lass den Schlaf mich jetzt beschwören,
den mir der Schmerz gebrochen.

Rot brandet, rauscht im Ohr das Blut.
Ich will vergessen Sinn und Zeit,
bis dann die fremde Stimme sagt:
Es ist so weit!


Montag, 31. Juli 2006

Rückenmassage

Wenn du an Liebe denkst, vergiss das Alter,
das Reife bringt vielleicht, doch stets Verfall!
Was du für Würde hältst, ist nur ein kalter
Verzicht, ist Klagen ohne Widerhall.

Die warme Hand, gelegt auf meine Haut,
aus alten Träumen weckt sie Phantasie,
doch ehe sie Realität gebaut,
flieht Brunst, und Liebe wird zu Poesie.


Mittwoch, 29. November 2006

Vereinsamung

Ich werde nie mehr dir die Worte flüstern,
von denen du des Nachts geträumt
in deinem weißen Bett im weißen Zimmer,
wo ganz in Weiß, mit Apparaten klickend
die weißen Schatten glitten,
die sich wohl Schwester nannten oder Arzt ?

Und du,
den Kopf zum lichten Fleck
auf deiner Netzhaut hin gewendet
sprachst zu den Nebeln, die dich riefen,
wobei dein Mund sich zuckend kaum bewegte,
und horchtest auf die Stimmen,

durch die, zu selten nur und wie von Ferne,
eine „liebe Mutter“ sagte.
Ein Schatten neigte ganz verdunkelnd sich zu dir hin,
hob deine Hand und führte -
du spürtest Zärtlichkeit -
die mageren kalten Finger an sein Herz.

Dann schwand der Schatten
und die weißen Schemen tanzten wieder
durch den Nebel.


Samstag, 27. Januar 2007
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