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Freitag, 11. September 2009

Der Alte und das Mädchen

Es sollte Dein Instinkt Dich vor mir warnen,
denn allzu freundlich ist dies harmlos Lächeln,
das mir als Tarnung dient, Dich zu umgarnen,
mit Schmeicheleien wohlig zu umfächeln.

Du siehst nur weißes Haar und Fingernägel,
gepflegt, was bei den Jungen ungewohnt,
dazu der Stimme sanfter Ruhepegel
und jedes Fremdwort wird korrekt betont.

Das plätschert so dahin und lullt Dich ein,
den Kopf wirst Du auf meine Schulter stützen
und vage denken: das kann doch nicht sein!
Will der denn wirklich meinen Leib benützen?

Auf solche Fragen muss man reagieren,
doch dafür ist das Reden nicht gedacht.
Man handelt, ohne Worte zu verlieren,
und sagt zufrieden dann: es ist vollbracht!

Donnerstag, 3. Juli 2008

Die Gier der frühen Tage ist erloschen

Die Gier der frühen Tage ist erloschen,
die Lust der Reifezeit vorbei.
Ich denke Herbst und fürchte Winter,
und doch gibt mich mein Blut nicht frei.

Was meine Blicke lüstern tasten,
bleibt im Gehirn, der Weg ist weit.
Noch sind in mir die Sinne wach,
doch zu der Sinnlichkeit
steift sich nicht mehr das Glied,
bleibt leer der Becher der Begehrlichkeit.

Was Frühling war und Sommer,
ist wehmütig Erinnern,
für wie lange noch?
Dann ist auch das vorbei.
Horch wie es pocht und stampft
mein Herz des Nachts…
Der Rest ist Einerlei.


Freitag, 28. Juli 2006

Montag, 12. Mai 2008

Sechzehn Zeilen

Da deinen Namen meine Lippe trug,
den wundgeliebten und vermaledeiten,
stieg mein Verlangen, dich zu mir geleiten
und dich zu halten, wie den vollen Krug,

aus dem mir einmal deine Liebe floss,
und mich mit blinden Gesten so umwog,
dass sich mein Leib ergab in deinem Sog
und deine Fülle sich auf mich ergoss.

Die Erde ich, die deine Feuchte trank,
Gewitter, Sturm und Himmel du, ja du,
so jauchzten wir berauscht einander zu,
bis sich der Zauber brach, die Lust versank

und unsre Blicke sich zur Seite wandten.
Dann gingst du fort mit einem leisen Gruß,
Wohin? Ich lauschte deinem leichten Fuß,
der zögernd sich verlor im Unbekannten.
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